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04.09.2017

8. EnergieTag der Region: Herausforderungen zukünftiger Mobilität im ländlichen Raum

Innovative und umweltfreundliche Mobilitätskonzepte insbesondere im ländlichen Raum standen im Fokus des 8. EnergieTags, der heute in Wolfenbüttel stattfand. Rund 200 Experten und Interessierte diskutierten auf Einladung der Regionalen EnergieAgentur e. V. (REA) in der Lindenhalle über Strategien und Lösungsmöglichkeiten für die Region.

Hauptreferent Dr. Ulrich Eichhorn, Leiter des Konzernbereichs Forschung und Entwicklung der Volkswagen AG, stellte in seinem Vortrag Nachhaltigkeit sowie zukunftsweisende Technologien und Verkehrsstrukturen in den Mittelpunkt. Bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft lag der Schwerpunkt auf aktuellen regionalen Entwicklungen und Forschungsansätzen. Mögliche Antriebsvarianten (Elektro, Gas, Hybrid, Verbrennung) und Infrastrukturverbesserungen für den Individualverkehr waren ebenso Gegenstand der Gespräche wie neue ÖPNV- und Sharingmodelle. Veranstalter war die REA, in Kooperation mit der Allianz für die Region, dem Regionalverband Großraum Braunschweig, dem Landkreis und der Stadt Wolfenbüttel. Mit diesem letzten EnergieTag blickt die REA auf eine erfolgreiche Veranstaltungsserie mit namhaften Hauptrednern und nachhaltigen Impulsen für die Region zurück.

 
„Das Thema der Mobilität hat im ländlichen Raum einen hohen Stellenwert. E-Mobilität und Digitalisierung sind die Grundlage eines Smart Country. Im Vergleich zur oft zitierten Smart City ist das Umsetzungspotential für eine Elektromobilität im ländlichen Raum um ein Vielfaches höher als in der Stadt“, erklärte Thomas Krause, Vorsitzender der REA.
 
Für Landrätin Christiana Steinbrügge, Landkreis Wolfenbüttel, entscheidet die zukünftige Mobilität darüber, wie sich insbesondere eine ländliche Region wirtschaftlich und gesellschaftlich zukunftsorientiert aufstellt: „Wir müssen neue Antworten auf die Mobilitätsbedarfe unserer Bürgerinnen und Bürger geben. Schon heute denken wir – gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden und Partnern aus Verbänden, Wirtschaft und Wissenschaft – Mobilität als intermodal vernetztes System, das sowohl technische als auch soziale Innovation beinhaltet. In unserem gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule verabschiedeten Eckpunktepapier zur Elektromobilität formulieren wir Ziele für die Region auf dieser Basis.“
 
Den dynamischen Wandel auf gesellschaftlicher, technologischer, ökologischer und ökonomischer Ebene begreift der Volkswagen Konzern als Chance, die Potenziale von aktueller und zukünftiger Mobilität zu nutzen. Hauptredner des EnergieTags, Dr. Ulrich Eichhorn, Leiter des Konzernbereichs Forschung und Entwicklung der Volkswagen AG, erläuterte: „Das Zukunftsprogramm TOGETHER – Strategie 2025 des Volkswagen Konzerns schafft notwendige Voraussetzungen, um unsere globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Nachhaltigkeit bedeutet dabei für unseren Konzern, ökonomische, soziale und ökologische Ziele gleichrangig und gleichzeitig anzustreben. Dementsprechend investiert der Konzern in den nächsten Jahren stark in die Zukunftstechnologien, die erforderlich sind, unsere Vision zu realisieren – wie beispielsweise die Elektrifizierung der Modellpalette, die Digitalisierungsoffensive im gesamten Konzern, das sichere Autonome Fahren und das Angebot von Mobilitätsdienstleistungen.“
 
Mit der Besichtigung des regenerativen Energieparks der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Niedersächsischen Lernfabrik für Ressourceneffizienz e. V. (NiFaR) konnten sich die Teilnehmer über aktuelle Forschungsergebnisse und Anwendungsszenarien in punkto Mobilität und Nutzung Erneuerbarer Energien informieren. Prof. Dr.-Ing. Gert Bikker, Vizepräsident der Ostfalia Hochschule, erläuterte die verschiedenen Faktoren, die für das Gelingen eines neuen Mobilitätskonzepts entscheidend sind. „Am Centrum für Elektromobilität sowie in unseren Forschungsfeldern Digitalisierung und Industrie 4.0 und Intelligente Systeme für Energie und Mobilität arbeiten Professorinnen und Professoren an Lösungsansätzen für die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen von intelligenten Systemen für Mobilität. Entscheidend ist es, die Kompetenzen in der Region zu nutzen und praxisnah zu erproben und anzuwenden.“
 
Referenten und Teilnehmer des 8. EnergieTags waren sich einig, dass eine sinnvolle und nachhaltige Mobilität der Zukunft nur durch die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik möglich ist, aber auch die Bereitschaft des Verbrauchers benötigt, sich auf neue Modelle einzulassen.
 
Der 8. EnergieTag der Region war gleichzeitig auch der letzte der Veranstaltungsserie. Seit 2010 fand der EnergieTag zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in acht Städten der Region statt: Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel. Fachkundige und prominente Hauptreferenten waren zu Gast: Dr. Maria Jolanta Welfens (2010), Dr. Christian Hey (2011), Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (2012), Dr. phil. Franz Alt (2013), Umweltminister Stefan Wenzel (2014), Prof. Dr. Mojib Latif (2015), Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer (2016) und Dr. Ulrich Eichhorn (2017). Zahlreiche Impulse aus den Vorträgen und Diskussionen wirken nachhaltig in der Region und trugen zur Bildung von neuen Kooperationen und Synergien bei, die das Gelingen der regionalen Energiewende befördern.
 
Veranstalter des 8. EnergieTags war die Regionale EnergieAgentur e. V. in Kooperation mit der Allianz für die Region GmbH, der Wolfsburg AG, dem Regionalverband Großraum Braunschweig, dem Landkreis und der Stadt Wolfenbüttel, sowie der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.