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Natura 2000 Gebiete

Warum Natura 2000?
Der Zustand unserer heimischen Lebensräume wie Wiesen, Wälder, Flüsse, Küsten, Seen und Moore hat sich in den letzten Jahrzehnten zusehends verschlechtert. Darunter leiden auch die typischen hier wildlebenden Pflanzen und Tiere wie Kreuzkröte, Rotmilan und Wildkatze. Den grenzüberschreitenden Artenverlust und die Zerstörung der Lebensräume zu stoppen, kann nach Auffassung der EU-Kommission nur als Gemeinschaftsaufgabe zu lösen sein.

Wie funktioniert Natura 2000?
Mit dem Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten, wurde auf über 20 % der Fläche der Europäischen Union das weltweit größte Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 eingerichtet. Es setzt sich aus den sogenannten Fauna (Tiere) - Flora (Pflanzen) - Habitat (Lebensräume) -Gebieten (kurz FFH-Gebiete) und den Vogelschutzgebieten zusammen. Hier finden seltene und schützenswerte Arten Rückzugsräume, Lebens- und Fortpflanzungsstätten. In Niedersachsen sind rund 10 % der Landesfläche Natura 2000, inklusive Wattenmeer liegt der Anteil sogar bei  ca. 16 %! Im Landkreis Wolfenbüttel liegt der Anteil bei rund 5 %.
In den vernetzten Schutzgebieten ist eine abgestimmte und nachhaltige Bewirtschaftung in weiten Teilen möglich und für manche Lebensräume, wie beispielsweise Mähwiesen, für deren Fortbestand sogar unbedingt notwendig. Um den Erhalt und wenn nötig die Verbesserung (oder Wiederherstellung) der schützenswerten Lebensräume, Pflanzen, Tiere und Pilze zu sichern, werden in den nächsten Jahren
•    alle FFH- und Vogelschutzgebiete durch die Untere Naturschutzbehörde nach nationalem Recht gesichert. Das bedeutet, dass Regelungen für diese Schutzgebiete in einer Schutzverordnung festgesetzt werden. Viele Natura 2000-Gebiete im Landkreis Wolfenbüttel liegen bereits in bestehenden Landschafts- oder Naturschutzgebieten.
•    durch die Untere Naturschutzbehörde Management- oder Bewirtschaftungspläne für die Natura 2000-Gebiete aufgestellt. Im Dialog mit den Flächeneigentümern und -nutzern wird eine nachhaltige Nutzung der Naturgüter angestrebt. Neben naturschutzfachlichen Gesichtspunkten berücksichtigen die Managementpläne aber auch wirtschaftliche und kulturelle Interessen.  
Diese Maßnahmen haben das Ziel, den sogenannten „günstigen Erhaltungszustand“ der Schutzgüter (Lebensräume, Arten) zu erhalten oder wiederherzustellen. Alle sechs Jahre erstellen die Mitgliedsstaaten einen Nationalen Bericht, als „Erfolgskontrolle“ für die Umsetzung von Natura 2000 (Link https://www.bfn.de/0316_bericht2013.html).

Was ist die rechtliche Grundlage von Natura 2000?
Bereits 1979 verabschiedete der Rat der Europäischen Gemeinschaft die sogenannte Vogelschutzrichtlinie (LINK: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2009L0147:20130701:DE:PDF). Auslöser war auch hier der dramatische Rückgang der heimischen Brut- und Gastvogelarten. Im Jahr 1992 erließ der Rat der Europäischen Gemeinschaft schließlich die FFH-Richtlinie (92/43/EWG) (LINK: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:01992L0043-20130701&qid=1402049916139&from=DE). Sie schreibt die Einrichtung von geeigneten Schutzgebieten für den Erhalt und wenn nötig die Wiederherstellung von Lebensräumen vor. Die Anhänge I und II der FFH-Richtlinie sowie der Anhang I der Vogelschutzrichtlinie legen die schutzwürdigen Lebensräume und Arten fest. Streng geschützte Arten wie die Wildkatze oder heimische Fledermäuse sind nach Anhang IV der FFH-Richtlinie auch über die Schutzgebiete hinaus zu bewahren.