Zuständigkeitsfinder

Schriftgrad: Klein A A A Schriftgrad: Gross Kontrastreiche Darstellung
 
 

Aktuelles auf einen Blick

Krebsregister für das Land Niedersachsen: Expertengruppe für den Landkreis Wolfenbüttel nimmt Arbeit auf

25.11.2010

Im Landkreis Wolfenbüttel nimmt in der nächsten Woche eine Expertengruppe die Arbeit auf, um sich mit den aktuellen Ergebnissen des Krebsregisters Niedersachsen für den Landkreis zu beschäftigen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Landrat Jörg Röhmann heute im Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerium geführt hat. In der Gruppe unter Federführung des Landkreises sollen vertiefende Daten gewonnen und Vorschläge für Ent¬scheidungen ausgearbeitet werden. Beteiligt sind dabei unter anderem das Niedersächsi¬sche Sozial- und Gesundheitsministerium, das Niedersächsische Umweltministerium, das Landesgesundheits¬amt und das Bundesamt für Strahlenschutz.

Im Niedersächsischen Krebsregister werden seit zehn Jahren flächendeckend Neuerkran¬kungen und Sterbefälle von Krebs erfasst. Ziel dabei ist die Beobachtung zeitlicher Trends und auffälliger kleinräumiger Häufungen. Darüber hinaus sollen Daten für Studien bereitge¬stellt und die Krebsursachenforschung unterstützt werden. Die neuesten Zahlen werden im Dezember auf Landesebene öffentlich vorgestellt.

Die aktuellen Zahlen für den Landkreis Wolfenbüttel zeigen einige Auffälligkeiten, die durch die Expertengruppe analysiert werden müssen. Grundsätzlich ist die Gesamt-Krebsrate für den Landkreis Wolfenbüttel unauffällig, eher unterdurchschnittlich. Allerdings zeigen Detail¬informationen für den Raum der Samtgemeinde Asse Häufungen bei der Gruppe der Leu¬kämieerkrankungen. Während hier bei den Frauen kein auffälliger Wert registriert wird, wird eine deutliche Erhöhung bei Männern festgestellt. Problematisch ist, dass diese Erhöhung konstant für den Zeitraum 2002 bis 2008 festgestellt wird.


„Die Ursachen hierfür sind derzeit nicht bekannt“, sagt Landrat Jörg Röhmann. „Wir werden durch die Expertengruppe vertiefende Analysen anstellen und Informationen sammeln. Wichtig dabei ist, dass Detailinformationen über die Erkrankten gewonnen werden. Derzeit sind weder die Wohnorte, Familien- oder berufliche Situation bekannt. Selbstverständlich werden auch Zusammenhänge zwischen dem Gesundheitsmonitoring des Bundesamtes für Strahlenschutz und des Krebsregisters abgeglichen werden müssen.“

Ein Zusammenhang zwischen den gehäuften Krebserkrankungen und der Asse -Thematik kann derzeit nicht hergeleitet werden. In Anbetracht der sensiblen Thematik Asse II sind die Staatssekretäre der beteiligten Ministerien und der Landrat nach Rücksprache mit der Samt¬gemeindebürgermeisterin Regina Bollmeier zu dem Ergebnis gekommen, auch in diesem frühen Stadium Transparenz zu zeigen und die Öffentlichkeit zu informieren.

„Selbstverständlich werden wir die Bevölkerung weiterhin zeitnah und um¬fassend informie¬ren“, bekräftigt der Landrat. Röhmann kündigt weiterhin an, dass man auch das vom Bun¬desamt für Strahlenschutz geplante Gesundheitsmonitoring für den Bereich der Asse in die Arbeit einbeziehen und damit weitere Informationen über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung gewinnen werde.
« zurück