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Denkmalschutz und Denkmalpflege


Was ist Denkmalschutz?

Unter Denkmalschutz wird die Gesamtheit der gesetzlichen und behördlichen Anordnungen und Verbote verstanden, welche die Erhaltung oder Instandsetzung von Kulturdenkmalen zum Ziel haben.


Was ist Denkmalpflege?

Denkmalpflege ist dagegen die fachlich - beratende und materielle Unterstützung der Denkmaleigentümer und Nutznießer bei der Erhaltung oder Instandsetzung von Kulturdenkmalen.


Was ist ein Kulturdenkmal?

Ein Kulturdenkmal im Sinne des § 3(1) des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes (NDSchG) sind Baudenkmale, Bodendenkmale, bewegliche Denkmale und Denkmale der Erdgeschichte.

Baudenkmale sind bauliche Anlagen, Teile baulicher Anlagen, Grünanlagen und Friedhofsanlagen, an deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht. Baudenkmal ist auch eine Gruppe baulicher Anlagen, die aus oben genannten Gründen erhaltenswert ist, hierzu können auch Pflanzen (z. B. der Baumbestand eines Parks), Frei- und Wasserflächen in der Umgebung eines Baudenkmales gehören.
Bodendenkmale sind mit dem Boden verbundene oder im Boden verborgene Sachen, Sachgesamtheiten und Spuren von Sachen, die von Menschen geschaffen oder bearbeitet wurden oder Aufschluss über menschliches Leben in vergangener Zeit geben und an deren Erhaltung aus o.g. Gründen ein öffentliches Interesse besteht.
Bewegliche Denkmale sind bewegliche Sachen, die von Menschen geschaffen oder bearbeitet wurden oder Aufschluss über menschliches Leben in vergangener Zeit geben und aus o.g. Gründen erhaltenswert sind...
Denkmale der Erdgeschichte sind Überreste oder Spuren, die Aufschluss über die Entwicklung tierischen oder pflanzlichen Lebens in vergangenen Erdperioden oder die Entwicklung der Erde geben und an deren Erhaltung aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht.


Geschichtliche Entwicklung

Grundsätzliches Ziel des Denkmalschutzes ist die Erhaltung historischer Bausubstanz. Eine Vorschrift, die diesem Zweck diente, existierte für Teile des Gebietes des heutigen Landes Niedersachsen bereits seit 1794 für die Preußischen Staaten vgl. Allgemeines Landrecht für die Preußischen (ALR)Staaten vom 05.02.1794) und ermächtigte den Staat, die Zerstörung einer Sache zu untersagen, soweit deren Existenz „auf die Erhaltung und Beförderung des gemeinen Wohls erheblichen Einfluss hat“. Anfangs beschränkte man sich zunächst in erster Linie auf den öffentlichen Besitz. Nachdem im 19./20. Jahrhundert jedoch Krieg, zunehmender Verkehr und eine stürmische Baukonjunktur zum Verlust zahlreicher historischer Wohnhäuser führte, wurde der Schutz zunehmend auch auf das Privateigentum ausgedehnt. Seit dem 12.05.1978 gibt es ein eigenständiges Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz, welches am 01.04.1979 in Kraft getreten ist.

Denkmalerfassung

In den Jahren 1983 bis 1989 hat das Institut für Denkmalpflege (heute: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (NLD)) sämtliche Ortschaften des Landkreises Wolfenbüttel inventarisiert, d.h. die Objekte auf eine mögliche Denkmaleigenschaft untersucht und in Denkmallisten eingetragen. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Gebäude, es können aber auch Brücken, Gartenanlagen, Gedenkstätten und anderes unter Schutz stehen
In den Jahren 1994 bis 1996 sind alle Denkmaleigentümer des Landkreises nach Abstimmungen mit den Gemeinden und der Kreisverwaltung vom Institut für Denkmalpflege schriftlich über die Denkmaleigenschaft ihrer Objekte informiert worden.

Eine Kennzeichnung der Kulturdenkmale (blau-weißes Schild), wie z.T. in anderen Bundesländern üblich, ist im Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz nicht vorgesehen.


Verzeichnis der Baudenkmale

Es wird unterschieden zwischen Einzeldenkmalen (§ 3(2) NDSchG) und solchen, die eine denkmalgeschützte Gruppe baulicher Anlagen bilden (§ 3(3) NDSchG, “Ensemble“).
So können ganze Straßenzüge wegen ihrer städtebaulichen Wirkung als Ensemble in der Liste stehen. Denkmalrechtlich relevant ist dann häufig nur das äußere Erscheinungsbild (also die Fassaden und das Dach), gleichzeitig können jedoch Gebäude innerhalb der Gesamtanlage auch Einzeldenkmale sein.
Die Einstufung und Begründung durch die Denkmalfachbehörde ist ausschlaggebend für die Zulässigkeit und die Förderungs- und steuerliche Abschreibungsfähigkeit von Maßnahmen am Gebäude.
Heute umfasst das Denkmalverzeichnis im Landkreis Wolfenbüttel ca.1450 Baudenkmale (ohne Stadt Wolfenbüttel, dort sind ca. 1200 Denkmale ausgewiesen, Stand: 2005). Da die Liste in Niedersachsen nur nachrichtlichen Charakter hat, ist die Denkmaleigenschaft jedoch nicht abhängig von der Eintragung. Es kann sein, dass es immer noch Gebäude gibt, die die Eigenschaften eines Kulturdenkmales besitzen und nicht in der Liste geführt sind. Im Zweifel sollten also Auskünfte eingeholt werden, denn das Verzeichnis ist für jedermann einsehbar.

Ihr Ansprechpartner/in

Herr Kai
Seehafer

Abteilung 602 Bauaufsicht und Denkmalschutz

Bahnhofstraße 11
38300 Wolfenbüttel
Telefon (05331) 84 429
Telefax (05331) 84 470
E-Mail k.seehafer@lk-wf.de

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