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22.11.2019

Interkulturelle Kompetenz war Schwerpunkt auf dem Forum Integration und Teilhabe

Rund 60 Teilnehmende aus Verwaltungen, Politik, Wohlfahrtsorganisationen, Migrantenorganisationen, Handwerkskammer, Bildungszentrum und Ehrenamt nahmen am 2. Forum Integration und Teilhabe am Donnerstag, 21. November 2019, teil. Schwerpunktthema des Forums war Interkulturalität. Organisiert wurde das Forum von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe am Bildungszentrum Landkreis Wolfenbüttel. Das Forum dient zum Dialog mit allen Organisationen und Personen, die in der Integrationsarbeit im Landkreis tätig sind.

Landrätin Christiana Steinbrügge ging in ihrer Begrüßung auf den Netzwerkcharakter des Forums ein. Mit dem Forum sollen die Erfahrungen, Anregungen und Erkenntnisse aus der täglichen Integrationsarbeit der Organisationen und den ehrenamtlich Tätigen für die Fortschreibung des Integrations- und Teilhabekonzept des Landkreises verwendet werden. Deutschland sei ein Einwanderungsland, auch der Landkreis Wolfenbüttel werde immer vielfältiger. Daher werden interkulturelle Kompetenzen in Zukunft immer wichtiger, auch für Verwaltungen. Mehrsprachige Kolleginnen und Kollegen sehe sie daher als Chance für die Arbeit der Verwaltung. „Ich bin überzeugt davon, dass diese Fähigkeiten heute in Schule, Ausbildung, Beruf und persönlich zu Gute kommen. Denn in einer vielfältigen Gesellschaft ist es wichtig, in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Verein mit Menschen zu interagieren, die ganz unterschiedliche Hintergründe haben“, sagte Steinbrügge.

Die Bedeutung von interkultureller Kompetenz verdeutlichte auch Julia Nohn. Sie ist seit März des Jahres Beauftragte für interkulturelle Kompetenz im Landkreis Wolfenbüttel. Die Mitarbeiterin des Bildungszentrums wirbt für einen dynamischen Kulturbegriff, der Vielfalt und Veränderung miteinschließt. Kultur sei nicht starr, sondern in Bewegung. Dieser Kulturbegriff könne die Grundlage für Begegnung und Austausch sein. Nohn bietet für Verwaltungen, Verbände und Unternehmen interkulturelle Schulungen zu verschiedenen Themen an. So vermittelt sie Wissen zu kulturellen Hintergründen, etwa zu Geschlechterbildern oder was Arbeit in anderen Kulturen bedeutet. Interkulturelle Kompetenz sei aber eine Fertigkeit, die ein Leben lang trainiert werden müsse und kann. Voraussetzung sei, dass Menschen sich auf Begegnungen mit anderen Menschen einließen.

Gute Erfahrungen mit interkulturellen Schulungen hat die Stadt Wolfsburg gemacht. Darüber berichtete Sylvia Cultus vom Integrationsreferat in Wolfsburg. Dort wird interkulturelle Öffnung als Gemeinschaftsaufgabe und als Organisationsentwicklung gesehen. In der Stadt leben Menschen aus rund 151 Nationen, daher ist es für die Verwaltung mit rund 2.700 Mitarbeitenden wichtig, interkulturelle Kompetenzen für den alltäglichen Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern in den Behörden zu haben. 2013 beschloss der Rat, dass alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung interkulturelle Trainings erhalten sollen. Bisher seien 695 Angestellte in der Verwaltung geschult worden. Die Reaktionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien zu 90 Prozent positiv, das Gelernte wird als hilfreich für den Alltag beschrieben, so Cultus. Auch gebe es in der Verwaltung einen Pool von 60 Mitarbeitenden, die für Übersetzungen oder zum Dolmetschen angefragt werden können.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden den Stand der Integration in Gruppen zu verschiedenen Themen von Arbeit bis Wohnen. „Die vielen wertvollen Impulse und Ergebnisse, wie interkulturelle Schulungen in Arztpraxen, Vereinen oder im pädagogischen Bereich, bilden nun die Arbeitsgrundlage für weitere Planungen im Integrationsbereich im Landkreis“, so Claudia Pinkert von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe. Einen musikalischen Abschluss fand die Veranstaltung mit einem Auftritt der syrischen Saz-Gruppe Metra aus Hornburg.