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27.02.2017

Über 30 Sprach und Integrationskurse im Bildungszentrum - Der Schlüssel zur Integration

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung, um eine Schule zu besuchen, ein Praktikum in einer Firma zu absolvieren oder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Daher bietet das Bildungszentrum des Landkreises für alle diejenigen Menschen, die zugewandert oder geflüchtet sind, eine umfangreiche Palette an Sprach- und Integrationskursen an. Insgesamt sind für das laufende Jahr über dreißig Kurse für rund 450 Teilnehmende geplant.

Das langfristige Ziel ist es, eine möglichst erfolgreiche Integration der geflüchteten Menschen mit Bleibeperspektive in den Arbeitsmarkt zu erreichen und sie damit unabhängig von Transferleistungen zu machen. Das erfordert auch eine koordinierte und zielführende Abstimmung mit allen anderen Trägern, die arbeitsmarktrelevante Integrationsangebote machen, um eine abgestimmte Zugangssteuerung mit der Bundesagentur für Arbeit und dem jobcenter zu erreichen. Dazu ist die Sprachförderung das zunächst elementarste Fundament.

Die Vielzahl der Sprachangebote untergliedert sich in Sprachkurse für Flüchtlinge, Integrationskurse, Integrationskurse mit Alphabetisierung und berufsbezogene Deutschförderung. Es richtet sich an unterschiedliche Adressatengruppen. Die Kosten werden zum überwiegenden Teil aus Landes- und Bundesmitteln erstattet. Einige Kurse werden auch über das Deutsche Rote Kreuz sowie die Curt-Mast-Jägermeisterstiftung finanziert.

Die Teilnehmerzahlen liegen je nach Kurs zwischen zehn und etwa 20 Lernenden. Es gibt für die unterschiedlichen Kurse vorgeschriebene Mindestteilnehmerzahlen. Weil das Angebot so vielschichtig ist und sich an unterschiedliche Adressatengruppen richtet, bietet das Bildungszentrum vor dem Einstieg eine Beratung an.

Über die Angebote des Bildungszentrums hinaus führt auch die Oskar-Kämmer-Schule einen Integrationskurs durch. Sie arbeitet dabei eng mit dem Bildungszentrum zusammen. An höherqualifizierte Flüchtlingen richtet sich ein Intensiv-Sprachkurs der Jägermeisterstiftung. An den Berufsbildenden Schulen des Landkreises gibt es außerdem sogenannte SPRINT-Klassen als Sprach- und Integrationsklassen für junge, schulpflichtige Flüchtlinge.

Ziele und Inhalte der Kurse

Zu den Integrationskursen werden nur Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia zugelassen. Sie haben noch kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht, jedoch eine relativ hohe Anerkennungsquote. Ein Integrationskurs mit anschließendem Orientierungskurs umfasst 700 Unterrichtsstunden. Diese Kurse werden fast vollständig über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert.

In einem Integrationskurs soll am Ende das Sprachniveau B1 erreicht werden: Das bedeutet, dass sich die Teilnehmenden über vertraute Themen aus Schule, Arbeit und Freizeit verständigen können. Kurse mit berufsbezogener Deutschförderung haben als Ziel das Sprachniveau B2: Hier beherrschen die Teilnehmenden die Sprache selbständig so weit, um sich über berufsbezogene, komplexe Themen verständigen zu können.

In den Integrationskursen geht es über den reinen Spracherwerb hinaus um eine Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Lebensbereichen wie beispielsweise Mobilität, Gesundheit, Umgang mit Behörden, Ausbildung von Kindern und Freizeitgestaltung.

Welche Abschlüsse gibt es?

Nach Abschluss eines Integrationskurses wird ein Deutschtest für Zuwanderer abgelegt und die Teilnehmenden erhalten ein international anerkanntes Sprachzertifikat. Ein anschließender Orientierungskurs mit weiteren 100 Unterrichtstunden behandelt Werte und Normen in der Bundesrepublik und informiert über das politische System und die Geschichte Deutschlands. Dabei geht es um die Vermittlung der Grundlagen, die in Deutschland für ein funktionierendes Gemeinwesen sorgen.

Auch hier absolvieren die Teilnehmenden am Ende einen Test über das „Leben in Deutschland“. Dieser Test wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt und ausgewertet. Die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Integrationskurse erhalten ein international anerkanntes Zertifikat. Wer die Sprachprüfung nicht besteht, erhält eine Teilnahmebescheinigung. Die bestandene Teilnahme am Test „Leben in Deutschland“ wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bescheinigt.

Teilnehmende an Sprachkursen für Flüchtlinge oder Sprachkursen für Höherqualifizierte erhalten ebenfalls ein Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung.

Wie viele Teilnehmende halten bis zum Schluss durch?

Da die Kurse durchschnittlich zwischen sechs und 15 Monate dauern, gibt es laut Bildungszentrum eine relativ hohe Fluktuation. Die Gründe dafür können beispielsweise Wegzug oder die Aufnahme einer Arbeit sein. Daher ist es schwierig zu sagen, wie viele der Teilnehmenden einen Kurs durchgängig bis zum Schluss besuchen.

In allen Kursen werden Anwesenheitslisten geführt. Fehlen Teilnehmende unentschuldigt mehr als drei Unterrichtstage, erfolgt eine Mitteilung an das Jobcenter, das zu einem Gespräch einlädt. Bei wiederholtem unentschuldigtem Fernbleiben können Leistungen gekürzt werden. Auch ein Kursausschluss ist möglich

Qualifiziertes Dozententeam

Dozentinnen und Dozenten für Sprach- und Integrationskurse verfügen über eine hohe Qualifikation und bilden sich regelmäßig fort. So können in den Integrationskursen nur Lehrende mit einer Zulassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge unterrichten. Lehrkräfte, die in Sprachkursen auf Honorarbasis unterrichten, werden ebenfalls auf ihre Qualifikation überprüft. In der Regel sind ein Universitätsstudium und Unterrichtserfahrung die Voraussetzung.