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15.11.2018

Baggern für den Naturschutz: Gewässer in den Herzogsbergen werden aufgewertet

Der Bagger ist ein ungewohnter Anblick im Landschaftsschutzgebiet Herzogsberge (LSG Herzogsberge) in Cremlingen. Durch die dort stattfindenden Arbeiten sollen die Teiche dort als Lebensraum für Kreuz- und Knoblauchkröten aufgewertet werden. Diese sind in den vergangenen Jahren immer mehr verlandet und zugewachsen, so dass die Amphibien keine geeigneten Laichgewässer vorfanden. Die Arbeiten zur ökologischen Aufwertung hatten sich verzögert und waren ursprünglich für den Oktober geplant. Am Mittwoch, 14. November 2018, haben die Arbeiten begonnen. Wenn die Witterung es zulässt, sollen die Arbeiten in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein.

Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ werden die vorhandenen Kleingewässer renaturiert. Auftraggeber ist das NLWKN, das für den übergeordneten Artenschutz in Niedersachsen zuständig ist. Die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Wolfenbüttel ist als Fachabteilung zuständig für das LSG Herzogsberge.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“

Die Maßnahme bei Cremlingen ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projektes steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).

Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.de verfügbar.

Das Nationale Naturerbe

Die DBU-Naturerbefläche Herzogsberge ist eine von 70 Liegenschaften der Stiftungstochter der DBU in Osnabrück, der DBU-Naturerbe GmbH, die die Flächen treuhänderisch für zukünftige Generationen verwaltet und unter naturschutzfachlichen Aspekten sichert. Insgesamt hat sie rund 70.000 Hektar vor allem ehemals militärisch genutzte Flächen in zehn Bundesländern vom Bund übernommen. Auf den Flächen sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten bleiben.