Diese Webseite verwendet Cookies, um das Sammeln und Analysieren statistischer Daten in anonymisierter Form zu ermöglichen.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Direkt zu:

Rollende Arztpraxis

Der Landkreis Wolfenbüttel beteiligte sich von 2011 bis 2014 als einer von insgesamt drei Modelllandkreisen an der Initiative „Zukunftsregion Gesundheit“ des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums: Interdisziplinäre Arbeitsgruppen erarbeiten innovative und bedarfsorientierte Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf dem Land. Eins dieser zukunftsweisenden Projekte war die Rollende Arztpraxis.

Ziele

  • Sicherstellen einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum
  • Verbessern der Behandlung chronisch kranker, älterer und wenig mobiler Patienten
  • Entlasten der Hausärzte von zeitintensiven Haus- und Heimbesuchen

Fester Einsatzplan, Hausbesuche auf Anforderung

Die Rollende Arztpraxis fuhr turnusmäßig Gemeinden ohne niedergelassenen Hausarzt oder Hausärztin an. Auf dem Einsatzplan standen Cramme, Flöthe, Dahlum, Winnigstedt und Burgdorf. Im Fahrzeug versorgten drei Ärzte die Patientinnen und Patienten mit typischen hausärztlichen Leistungen. Die zentral gelegenen Warteräume stellten die Gemeinden zur Verfügung. Darüber hinaus konnten Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis ihre mobilen Kollegen mit der Durchführung von Hausbesuchen beauftragen. Die medizintechnische Ausstattung der mobilen Arztpraxis gestattete den dazu notwendigen Datenaustausch. Ziel war es, den Hausärztinnen und -ärzten Zeitkapazitäten für ihre mobilen Patientinnen und Patienten zu schaffen.

Fazit: Zielgruppe ältere Menschen erreicht

Es nahmen genau diejenigen Menschen die Leistungen der Rollenden Arztpraxis in Anspruch, die zuvor als Zielgruppe angedacht waren. Dabei handelte es sich überwiegend um ältere und wenig mobile Patientinnen und Patienten. Das Durchschnittsalter beträgt 69,1 Jahre. Oftmals leideten sie an chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Diabetes. Über die Hälfte von ihnen kam mit zwei oder mehr Diagnosen in die mobile Hausarztpraxis, die von Mitgliedern aller beteiligten Krankenkassen in Anspruch genommen wurden. Insgesamt gab es rund 500 Patientenkontakte.

Das Fazit lautet daher: Die Rollende Arztpraxis kann die ambulante ländliche hausärztliche Gesundheitsversorgung ergänzen und dabei bis zu 50 Prozent der Kapazität einer Hausarztpraxis erreichen.

Die Rollende Arztpraxis wird von den Patienten angenommen. Alle Patienten sind mit der Behandlung zufrieden oder sehr zufrieden.
Die Rollende Arztpraxis kann als subventioniertes Modell zur Ergänzung der Daseinsvorsorge betrieben werden.

Zukunft offen

Die Ärztekammer Niedersachsen hatet die Ausnahmegenehmigung für die rollende Praxis nur befristet bis zum Jahresende 2014 erteilt. Vor allem war die Auslastung der mobilen Praxis insgesamt noch zu gering. „Dass die Rollende Arztpraxis unter den gegebenen Umständen nur als subventioniertes Modell betrieben werden kann, war allen Beteiligten von Anfang an klar“, sagt Stefan Hofmann, Geschäftsführer der Bezirksstelle Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Er bestätigt, dass mit dem Auslaufen des Projektes „Rollende Arztpraxis“ für den Landkreis Wolfenbüttel keine ärztliche Versorgungslücke entstehe.

Landrätin Christiana Steinbrügge: „Trotz der positiven Zwischenbilanz scheint die Rollende Arztpraxis noch nicht das geeignete Instrument für unsere Region zu sein. Offenbar ist die ärztliche Versorgung für unseren Bereich derzeit noch ausreichend.“